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Dienstag, 29. Juni 2010 - 15:18 Uhr
Familiennetzwerk nimmt Stellung
Bessere Bildung ohne Krippen
Das Familiennetzwerk nimmt Stellung. Zu Recht weist das Netzwerk auf die Fehler (deutscher) Familienpolitik hin.
(fnw) Zurzeit liest man wieder, dass Krippenbetreuung angeblich zu einer höheren Quote von Abiturienten führt, und dass man mehr als die vormals errechneten Krippenplätze braucht. Weder das eine noch das andere trifft zu, und es geht auch gar nicht um Bildung sondern um die Beibehaltung finanzieller Benachteiligung von Familien unter dem Deckmantel eines Scheinvorteils für Kleinkinder.
Würden Krippen tatsächlich klüger machen, so lägen Berlin und Hamburg mit ihren PISA-Ergebnissen an der Spitze, während Bayern und Baden-Württemberg ein Mauerblümchendasein im Bildungskeller fristeten. Es ist aber genau umgekehrt: Wo viele Krippenplätze eingerichtet wurden wie in Berlin, da lässt die Lese- und Rechenfähigkeit 15-Jähriger besonders viele Wünsche offen.
Dieser real existierende Zusammenhang entlarvt die im März 2008 von Bertelsmann veröffentlichte "Studie" zum volkswirtschaftlichen Nutzen von frühkindlicher Bildung in Deutschland als scheinwissenschaftliche Werbebroschüre für eine gegenüber liebevoller Elternerziehung minderwertige Betreuungsform.
Werbung wirkt. Ahnungslos finanzieren wir eine Bildungsmangelvariante.
Krippenkinder subventioniert der Staat mit ca. 800 Euro im Monat, Familienkinder gehen leer aus. Die Wirtschaft ruft immer lauter nach weiblichen Arbeitskräften, und der Staat hilft nach. Die angeborenen Bedürfnisse der Kleinkinder nach Erreichbarkeit ihrer primären Bezugspersonen sind dem untergeordnet, ihre Eltern haben zu viel zu tun, um sich politisch zu organisieren und gegen ihre finanzielle Benachteiligung zu wehren.
Damit Eltern sich Politik zu ihren Lasten auch weiterhin gefallen lassen, wurden Begriffe verändert. Heute nennt man "Vereinbarkeit", was früher Doppelbelastung hieß, ein Wort, welches Eltern darauf kommen lassen könnte, dass sie viel mehr Arbeit als andere verrichten. Sowohl in ihrem Portemonnaie als auch im Bruttosozialprodukt bleibt der familiäre Arbeitsanteil unberücksichtigt.
Finanziell gesehen profitiert von Kindern, wer keine hat. Für Erziehung und Versorgung eigenen Nachwuchses bekommen Eltern keinen Cent und zahlen obendrein volle Steuern und Rentenabzüge.
Weil viele junge Leute diese Benachteiligung nicht hinnehmen, stagniert die Geburtenrate. Das Märchen von der außerfamiliären frühkindlichen Bildung hat kein Happy End.
Sonntag, 13. Juni 2010 - 21:54 Uhr
Das wertvollste ist die Kindererziehung
Freifrau von und zu Guttenberg wünscht größere gesellschaftliche Wertschätzung für die häusliche Erziehungsleistung
Deutliche Worte fand zu Guttenberg zum so oft zitierten, schön klingenden Satz „Kinder sind unsere Zukunft“. „In der öffentlichen Diskussion geht es immer nur um ‘unsere’ Zukunft, die der Erwachsenen, und nicht um die Bedürfnisse der Kinder, wenn wir Kindermangel beklagen und die Sicherung unsere Sozialsysteme meinen“ sagte sie. Die Arbeit des Familiennetzwerks, die das Interesse des Kindes in den Blick nimmt, sei daher ein wichtiger Beitrag, „der Gesellschaft ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der familiären Kindererziehung zu vermitteln“. Elternschaft, so zu Guttenberg wörtlich, „ist die verantwortungsvollste Aufgabe, die das Leben uns stellt“. „Kindererziehung ist so unheimlich wertvoll, weil es der einzige ‘Job’ ist, der zu hunderdprozent künftig Wirkung und Erfolg hat.“ Für sie sei daher völlig klar, dass „der Staat niemals die bessere Familie stellen kann“.
Die Kernsätze der jeweiligen Vorträge finden Sie unter dem Link der Titelzeile beim Familiennetzwerk Deutschland.
Samstag, 12. Juni 2010 - 02:09 Uhr
Ehe von Mann und Frau ist das Beste für das Kind

Maria Steuer, Vorsitzende des Familiennetzwerks, betonte im gut besetzten Hörsaal der Heinrich-Heine Universität bei ihrer Begrüßung die Zielrichtung der internationalen Tagung, den Einfluss von Bindung auf die Bildung für die gedeihliche Entwicklung des Kindes wiederzuentdecken.
Sie fügt an, dass von einem Erfolg dieser Tagung bereits gesprochen werden kann, wenn „die Teilnehmer im Anschluss mehr davon wissen, was das ‘Interesse des Kindes’ ist“.
Als erster Redner beschrieb Dr. Meinecke, Kinderarzt und Psychotherapeut aus Berlin, die Lebensräume, in die ein Baby hineinwächst, und die den Raum für seine Entwicklung bilden. Unter dem Thema „Welt und Wesen des kleinen Kindes“ stellt er zu Beginn die provozierende Frage: „Wollen unsere Kinder eigentlich, dass wir ihnen nur noch in der Freizeit begegnen?“ Das kindliche Bedürfnis, so Dr. Meinecke, sei „Lass mir Zeit – es selbst zu tun“. Denn die wesentliche Bedeutung der Kindheit liege in der Weiterentwicklung des mitgebrachten Urvertrauens (Gefühl der Geborgenheit als Embryo) in ein stabiles Selbstvertrauen. „Kinder brauchen Zeit, Raum und eine authentische Sinneswahrnehmung im verlässlichen Rahmen“, so Dr. Meinicke, „Eine gesunde Kindheit senkt signifikant das Risiko, im Alter an Herz-Kreislaufstörungen zu erkranken“, so das Fazit einer seiner Studien.
„Kindheit hat Folgen – lebenslang, auch hinsichtlich körperlicher Beschwerden und psychischer Erkrankungen im Erwachsenenalter“ betonte Prof. Egle von der Klinik Kinzigtal mehrfach in seinem Vortrag „Kindheit wirkt“. „Aus der Hirnforschung wissen wir“, führte Prof. Egle aus, „dass ein bestimmter Genabschnitt ‘aktiviert’ werden muss, damit Stress verarbeitet werden kann“. Diese „Aktivierung „erfolgt durch die stabile Bindungserfahrung des Kleinstkinder mit seiner Hauptbezugsperson. Eine schwierige Kindheit führt zu geringerer Stressresistenz“ betonte er, „und dies hat Folgen für die Gesundheit – ein Leben lang“. Wesentlicher Schutzfaktor für die Gesundheit ist nach Egle eine „einfühlsame und verlässliche Hauptbezugsperson mit einer dauerhaften und gute Beziehung wie sie in früherer Zeit mit der Großfamilie ideal gegeben war. Die Mutter ist in der idealen Position, diese Hauptbezugsperson zu sein, aber notfalls kann auch jeder andere einfühlsame und verbindlich verfügbare Mensch diese wertvolle Aufgabe übernehmen. Wichtig ist dabei die Konstanz. Das jährlich wechselnde Au-pair-Mädchen ist kein Ersatz“.
Im anschließenden Vortrag „Ohne Väter geht es nicht“ stellte Prof. Franz von der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf die Ergebnisse der „Mannheimer Kohortenstudie“ vor, die sich mit Spätfolgen von Kriegskindern befasste. „Eindeutiges Ergebnis sei“, so Prof. Franz, dass „wenn der Vater fehlt, noch 50 und 60 Jahre später die psychische Belastung wesentlich höher sei und mehr psychische Erkrankungen, z.B. Depression, auftreten. „Das hat uns so überrascht, dass wir die Ergebnisse zuerst zurückgehalten und dann nochmals geprüft haben. Das Ergebnis war aber das Gleiche“.
Sonntag, 30. Mai 2010 - 22:21 Uhr
Gemeinwohl - Orientierung für die Politik
Sich für das Gemeinwohl einzusetzen bedeutet, die Gesamtheit der Institutionen, die das soziale Leben rechtlich, zivil, politisch und kulturell strukturieren, einerseits zu schützen und andererseits sich ihrer zu bedienen, so dass auf diese Weise die Polis, die Stadt, Gestalt gewinnt.
Führungskräfte der Deutschen Zentrumspartei haben auf der Seminarschulung am vergangenen Wochenende über die notwendige Neuausrichtung der Politik debattiert.
Einmal mehr ist das Bewusstsein gewachsen, dass jedwede Politik sich am Gemeinwohl zu orientieren hat, will es wahrhaft den Menschen in den Mittelpunkt politischer Arbeit stellen.
Die Begriffe "Gemeinwohl", "Solidarität" und "Subsidiarität", die konsequent aus dem Menschenbild unseres Grundgesetzes entspringen, sind jedoch weitgehend verschwommen. Um so notwendiger ist, auf die grundlegende Intention der christlichen Gesellschaftslehre zu verweisen.
Donnerstag, 18. März 2010 - 08:14 Uhr
Das Geheimnis erfolgreicher Bildung

Internationale Tagung 11. - 13. Juni 2010 an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf
Politik und Gesellschaft haben Bildung als das Schlüssel- thema für die Zukunft ausgemacht. Die Zukunft verlangt besser ausgebildete Menschen, die Gegenwart kann nicht einmal das vorhandene Bildungs-niveau halten. Wie kommen wir aus diesem Dilemma heraus?
Renommierte Experten aus verschiedenen Ländern werden bei diesem Kongress über ihre Erfahrungen mit bildungsfördernden Maßnahmen berichten. Ein Schwerpunkt wird dabei der Zusammenhang von frühkindlicher Bindung und Bildung, von Beziehung und Erziehung sein. Der Kongress will zukunfts-weisende Impulse zur Überwindung der Bildungskrise geben.
Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft von Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg und wird von Carlos A. Gebauer moderiert.
Anmeldungen unter: http://www.familie-ist-zukunft.de/seite/?page_id=747
